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4.01.2010 bis 9.1. Skischule

Montag 4.1. (erster Tag) ...etwas frustrierend bei schönstem Wetter bewegungsbehinderten Menschen die verknoteten Beine zu sortieren, anstatt genussvoll die Hänge hinabzugleiten, etwas frustrierend, dass es nicht so schnell vorangeht wie ich es mir vorstelle. Aber ich bleib dran nach dem Motto: "Lehrjahre sind keine Herrenjahre", in der Hoffnung, -Jahre durch Tage ersetzen zu können. Die Leute sind soweit ganz ok.

Morgens muss ich um 6:15 raus, 7.15 losfahren und 17.15 wieder zuhause. Momentan bekomm ich noch nix dafür - hospitieren nennt man das - analog zum Praktikum vor Lehrstelle. Ich hoffe jedoch bis Ende der Woche ein Schritt weiter zu sein.
...
Donnerstag - haben mich dann der Chef von der Skischule und ein weiterer "Oberlehrer" unter Beobachtung gestellt. Der Tag mit 4 Kids (Mädchen) war zwar erfolgreich. Trotzdem sie bei minus 11 Grad das erste mal Klötze an den Beinen hatten, hatten sie Spaß, bewegten sich danach sicher im Schnee und konnten nach 4 Stunden Kurven fahren und bis zum Stand bremsen, aber meine Art dies zu vermitteln, war nicht genehm und ich bekam ein dickes Minus als Eintrag in meinen Beurteilungsbogen :-(

Samstag 9.1. > Ich hoffe,Du hast/hattest eine guten,"erfolgreichen" Tag auf dem Berg im Schnee. -- kommt ganz drauf an, was man unter erfolgreich versteht.

Mir wird immer mehr der Unterschied zwischen Schneekindergärtner und Freizeitskiläufer klar. Heute hatten wir 11 Kids zwischen 6 und 7 Jahren alt. Das erste hat schon nach 30m auf dem Weg zur Piste geheult, weil die Skischuhe angeblich gedrückt haben.- In Wirklichkeit wars aber was anderes. Die nächsten 2 haben nach einer Stunde geheult weils nicht so lief wie sie sichs vorgestellt haben. Zum Teil sind die Kinder immer wieder aus den Bindungen geflogen, weil diese falsch eingestellt waren. Dem eigentlich zuständigen Skilehrer wars wurscht... 3 Kids haben sich geprügelt und mit den Stöcken auf den Kopf geschlagen, weil jeder zuerst fahren wollte. Von den restlichen 5 konnten 2 nicht ausstehen und 2 nicht auf den Skier stehen bleiben wenns bergab ging, und das letzte hat gefroren. Einem Kind hätte man Skifahren beibringen können, wenn man nicht damit beschäftigt gewesen wäre, die restlichen unter Kontrolle und soweit wie möglich bei Laune zu halten... Der verantwortliche Skilehrer, ein Typ, um die 60, vom Wald und von der harten Schule, hat dann einer Mutter erklärt, dass ihr Kind geistig gestört sei, und sie ihm Fernsehverbot geben solle bis der Balg pariert. Damit hat er sie solange traktiert bis diese dann auch noch angefangen hat zu heulen....

Es konnte ja keiner ahnen,daß Du Dich mit verwöhnten,Weich-ei Bälgern beschäftigen mußt. -- jein, denn man hätte es ahnen können, aber eine erfahrene Kollegin hat gemeint solche unbegabten Kids hätte sie noch nie gesehen. Aber man wächst ja bekanntlich mit seiner Aufgabe...

10.1. Heute hatte ich dann alleine die Truppe, d.h. ich war der verantwortliche Vorturner. Der schlimmste Heuler von gestern war weg, und die anderen mehr oder weniger friedlich, die Besseren hat eine anderer Skilehrer übernommen und ich hab dafür noch ein paar "Cracks" dazu bekommen. Stattfinden tut das ganze weit weg von der Skipiste, damit die kleinen nicht hangabwärts verschwinden. Wenn du mit solchen Bälgern gleich an den Lift gehen würdest, dann könntest du nach 5min 3 Vermisstenanzeigen aufgeben. Der kleinste war 5, hat aber gott sei dank den wenigsten Stress gemacht. Dann hast du noch 3 Betreuerinnen, mit denen die Kiddis angereist sind und 2 Eltern rumstehen, die ihren skifahrtechnischen Senf dazu geben, auf die Kinder einreden und aufpassen, dass ihre Kinder auch in den richtigen Händen sind und begabungsgerecht gefördert werden. Dann kommt noch der Oberskileher vorbei und schaut, ob du alles richtig machst. Nachdem ich gestern beinahe hingeschmissen hätte, hab ich heute meinem Chef innerlich ein Ultimatum gegeben, mein Skilehrerdasein adäquat anzuerkennen, und das hat er dann intuitiv von sich aus auch gemacht und mich ab mittag in die Lohnliste eingetragen. Damit ist die erste Ausbildungsstufe beendet.

Als nächstes kamen dann die "Fortgeschrittenen" dran, dass sind die, die nicht andauernd umfallen und schon mal ne Kurve nach rechts und nach links zustande bringen. Wenn man die dann soweit gebracht hat, dass sie auch bergab anhalten können, dann kann man versuchen sie mit dem Skilift nach oben zu befördern. Das gibt dann das nächste Abenteuer, manchmal kommen von 8 Kids ganze 3 oben an. Der Rest macht entweder die erste Bauchlandung schon beim Einsteigen oder liegt verteilt über die ganze Liftstrecke neben der Liftspur und wartet frustriert drauf eingesammelt zu werden. Aber das ist eine neue Geschichte......

10.1.09 23:52

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