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26.7.10 Aus war´s mit der Oma

Als ich heute zu ihrer Wohnung kam, stand merkwürdigerweise noch das Auto von der Pflegeschwester vor der Türe. Oben in der Wohnung sah ich die Bescherung. Die Oma lag jammernd am Boden, der Notarzt  prüfte ihren Puls und die Schwester war am Bericht schreiben.

Schwester: "Sie sind der Mittagsdienst? ich denke Sie können wieder gehen, die gute Frau ist gestürzt, hat sich wahrscheinlich den Oberschenkelhals gebrochen und braucht momentan nichts zu essen..." oder so ähnlich.

Bin dann nicht gleich gegangen, sondern wollte erst noch nach meinen Unterlagen schauen. Wieder draußen im Flur war der Doc inzwischen am rumwurschteln und die Schwester immer noch am Bericht schreiben. Ich hab sie dann gefragt, ob sie die Angehörigen schon verständigt hat. Sie meinte dann: "ja haben wir denn überhaupt eine Tel-Nr?" obwohl die Liste mit Notrufnummer im Flur quasi neben der Oma auf der Kommode lag. Ich hab sie dann gefragt, ob ich das für sie übernehmen soll. Das hat sie dann dankend angenommen. Dann fragte ich sie, ob sie denn schon unten in der Wohnung des Sohnes geklingelt hat. Da hat die "gute" Schwester ein verdutztes Gesicht gemacht und mich gefragt, ob ich da mal nachschauen kann. Die "Kinder" der Oma waren nicht da, ich hab sie dann auf dem Handy verständigt, sie wollten dann gleich nachhause kommen.

Bis der Krankenwagen eintraf, hab ich mich dann zur Oma gesetzt und ihr die Hand gehalten, weil die "Mediziner" zu meinem Unverständnis mit was anderem beschäftigt waren, als um sich die Frau zu kümmern. Die Oma hat gejammert und gesagt: "vielleicht kann ich ja dann endlich sterben?" (immerhin war sie ja schon 103 Jahre alt) Darauf hin der Doc ganz trocken: "Vielleicht aber auch nicht"...

26.7.10 18:48

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